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Experten befürchten negative Konsequenzen

Der Berliner Mietendeckel wird sich auf die Immobilienwerte auswirken und könnte damit nicht zuletzt Eigentümer teuer zu stehen kommen, die ihr Objekt fremdfinanziert haben. Maximilian Rexrodt teilt die Kritik des Verbands deutscher Pfandbriefbanken (VDP): „Der Markteingriff zeigt bereits tiefe Spuren an den Finanzmärkten, bevor er überhaupt im Gesetzblatt steht“, so der Sprecher der Initiative Fair baut.

Die Vorgaben der europäischen Capital Requirements Regulation (CRR) zur Überwachung der Wertentwicklung fremdfinanzierter Immobilien sähen vor, dass alle Objekte in einer Region, die von erheblichen Preiskorrekturen betroffen sind, neu bewertet werden müssen. „Dies kann für einzelne Investoren gravierende Folgen haben“, warnt Rexrodt.

So sehen Bewertungsvorschriften die zum Zeitpunkt der Kreditvergabe angesetzten Mieten als zu gering an, werden sie durch Eingriffe wie den Mietendeckel unvorhergesehen gekürzt. Die damit einhergehenden niedrigeren Marktwerte der Objekte bedeuten in der Folge höhere Beleihungsausläufe (Loan to Value, LTV). „Kreditnehmer verletzen durch den Mietendeckel Abreden in ihren Kreditverträgen und müssen dann zusätzliche Sicherheiten bereitstellen“, so Rexrodt. Sollte sich daraus eine Vielzahl an Wertberichtigungen ergeben, gerät der Pfandbriefmarkt in eine Schieflage.

Dieser Markteingriff führt an anderer Stelle zwangsläufig zu negativen Konsequenzen. Wenn sich Pfandbriefmärkte für Pensionskassen, aus denen Renten und Ruhestandsvermögen speisen nicht mehr planbar als Anlagen anbieten, werden auch die Ausschüttungen für die Rentenzahlungen in der Folge unsicher: „Die mit dem Mietendeckel vorgeblich gewollte soziale Gerechtigkeit trifft die Betroffenen von unangemessen Mieten dann gleich doppelt, so Rexrodt. Marktungleichgewichte würden dann zwangsläufig zu Renteneinbußen führen, warnt der Fair baut Sprecher.

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